Die Geschichte des Deutschen Presseclubs e.V. ist auch ein Stück deutscher Presse-Geschichte.
1952, in der aufregenden Frühzeit der Bundesrepublik, die ihre volle Souveränität noch nicht erlangt
hatte, rief die Gründung in Bonn beinahe einen internationalen Pressekrieg hervor. Korrespondenten
insbesondere amerikanischer, englischer und Schweizer Blätter fürchteten um den Verlust von
Informationsvorteilen, die aus der Besatzungszeit stammten, und sprachen von Diskriminierung.
Der Gründungsvorsitzende Dr. Robert Strobel, damals Korrespondent der „Zeit“ und einiger Tageszeitungen, sowie fünf weitere deutsche Korrespondenten und eine Korrespondentin verfolgten
das Ziel, einen Treffpunkt für Politik und Presse zu schaffen und sich zugleich neue Informations-
quellen zu erschließen. Sie fanden für ihren Plan die Unterstützung von Bundeskanzler Adenauer
und seinem Staatssekretär Otto Lenz. Adenauer selbst hielt zur Einweihung des Clubs Anfang 1953
eine aufsehenerregende außenpolitische Rede, was dazu führte, dass die nicht dem Club
angehörenden Bonner Korrespondenten die Neugründung als exklusives Sprachrohr der
Bundesregierung kritisierten. Doch mit der Zeit konnten die Vorurteile widerlegt werden.

Sehr schnell entwickelte sich der Club, dem bald die Hauptstadt-Journalisten fast aller großer
Zeitungen, Agenturen und Sender angehörten, zu einer Bonner politisch-gesellschaftlichen Institution.
Bundespräsidenten, Kanzler, Minister, Parlamentarier und viele andere aus Politik, Wirtschaft und
Kultur waren und sind Gäste des Deutschen Presseclubs, der in Bonn zunächst in der Koblenzer
Straße, später in der Heinrich-Brüning-Straße in seinem Clubhaus tagte.

„Unter drei“, also die Vertraulichkeit, war und ist die Existenzgrundlage des Clubs. Die Clubabende
sollen keine Pressekonferenzen sein, sondern den Gästen und den Mitgliedern die Gelegenheit
bieten, sich im intimeren Rahmen zu unterhalten. Durch Veranstaltungen wie die Impressionale, durch
die vom Presseclub organisierten Sommerkonzerte und durch seine Jahresempfänge setzt der Verein
auch kulturelle Akzente.

Ein Jahr nach dem Umzug von Regierung und Parlament bezog der Deutsche Presseclub 2000 sein
Büro im neu erbauten Pressehaus am Schiffbauerdamm in Berlin, unmittelbar neben den
Räumlichkeiten der Bundespressekonferenz, mit der der Presseclub seit über 50 Jahren
freundschaftliche Beziehungen pflegt. Der Verein nahm 2000 auch vereinsrechtlich seinen Sitz in Berlin.
Ein eigenes Clubhaus – wie in Bonn – gibt es in Berlin nicht: Die Hintergrundgespräche finden in der
Regel im Bankettsaal des Hotel Albrechtshof statt.

Quelle: Heinz Murmann: Mit „C“ ist es feiner. Der Deutsche Presseclub Bonn von 1952 bis heute.
Bouvier-Verlag Bonn 1997 (ISBN 3-416-02713-2)